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Montag, 24. Februar 2014

Kassel IV: Die Museen

"Rahmenbau" am Friedrichsplatz
Okay, dann wollen wir mal unseren Kassel-Reisebericht komplettieren, bevor die nächste Reise losgeht - auf geht's!
"Spitzhacke" am Hiroshima-Ufer
Wenn die Sprache auf Kassel und Kultur kommt, ist das erste, was den meisten einfällt die "documenta". Je nach dem, wen man fragt, ist das die bedeutendste oder zumindest eine der bedeutendsten Ausstellungen moderner Kunst, die alle fünf Jahre stattfindet. Auf jeden Fall ist sie groß und sehenswert für Leute mit einem Sinn für moderne Kunst. Für leute wie mich also eher etwas, was man sich mal anschauen kann, wenn man sowieso da ist. Was ich persönlich interessanter finde als die documenta an sich, sind die Kunstwerke, die in der Stadt verblieben sind und die man bei einem Bummel durch die Altstadt entdecken kann, zum Beispiel den bereits erwähnten "Rahmenbau" am Friedrichsplatz, der einen originellen Blick auf die Karlsaue erlaubt, den "Himmelsstürmer" vor dem alten Hauptbahnhof, die "Spitzhacke" am Hiroshima-Ufer, die angeblich Herkules dort hin geworfen hat, die Figurengruppe "Die Fremden", die am Rand des Friedrichsplatzes auf einem Dach steht und als größtes Kunstwerk die "Laserscape Kassel", eine Laser-Installation, die vom Herkules aus in die Innenstadt strahlt. Eine komplette Übersicht findet sich in Wikipedia.
Neben der documenta hat Kassel aber fur Kulturinteressierte oder für Leute, die einfach einen Regentag rumbringen müssen noch eine reiche Museenlandschaft zu bieten. Da ich nicht alle Museen kenne, werde ich mich auf die konzentrieren, in denen ich schon einmal war.
Friedericianum
Das schon erwähnte Fridericianum am Friedrichsplatz mitten in der Stadt ist nicht nur eines der ältesten öffentlichen Museen Europas (1779), sondern wird auch heute noch als solches benutzt und ist zum einen ein zentrales Ausstellungsgebäude der documentas und beherbergt außerdem die Ausstellungen zeitgenössischer Kunst der Kunsthalle Fridericianum und des Kasseler Kunstvereins. Hier kann es auch mal passieren, dass man beim Vorbeilaufen zu einem zehnminütigen, kostenlosen Theaterstück eingeladen wird - zumindest ist uns das einmal passiert, aber da waren wir gerade auf dem Weg zum Essen... (Webauftritt: www.fridericianum.org/)
Ottoneum
Überquert man die Frankfurter Strasse, liegt dort mit dem auch schon erwähnten Ottoneum mein Kasseler Lieblingsmuseum - und wer mich kennt, weiß jetzt auch schon, dass es das Naturkundemuseum ist (Okay, die andere Möglichkeit wäre gewesen, dass es da eine tolle Ausstellung zum alten Rom gibt...). Als ehemaliger Theaterbau von 1606 ist es noch "altehrwürdiger" als das Fridericianum.
Iguanodon-Lebenmodell
Kryptozoologie-Sonderausstellung
Auf drei Stockwerken hat es trotz seiner überschaubaren Grundfläche einiges zu bieten. Das Erdgeschoß wird für Sonderausstellungen genutzt und die, die ich bisher gesehen habe, waren alle von hervorragender Qualität - anschaulich, informativ, mit gut verdaubaren Mengen Text und Unterhaltung für Kinder. Im zweiten Stock findet sich alles, was man in einem modernen Naturkundemuseum erwartet: Fossilien aus verschiedenen Fundstellen Nordhessens, gut gemachte Lebendrekonstruktionen von verschiedenen ausgestorbenen Tieren, die einen Eindruck der vergangenen Lebenswelten geben - darunter ein lebensgroßes Mammut mit Kind - und die einheimische Tierwelt.
Dinosaurierskelette
Eiszeittiere
Naturalienkabinett im 3. Stock
Schildbachsche Holzbibliothek
 Ein besonderes Highlight ist der dritte Stock, der verschiedene außergewöhnliche Stücke der Sammlung präsentiert, darunter das Skelett des Elefanten, an dem Goethe gearbeitet hat, das Herbar von Caspar Ratzenberger aus dem 16ten Jahrhundert, eine 300 Jahre alte Fötensammlung, eine Duftorgel, Vogelgemälde aus dem 17. und 18. Jahrhundert und - mein Lieblingsstück - die  Schildbache Holzbibliothek - eine Bibliothek aus buchförmigen Kästen aus Holz, die jeweils eine Beschreibung, Blätter, Zweige und aus Wachs nachgebildete Früchte von Bäumen zeigen.
Landesmuseum
Verlässt man  die Altstadt Richtung Wilhelmshöher Allee, kommt man am Hessischen Landesmuseum vorbei, das in einem beeindruckenden, klassizistischen Bau von 1913 untergebracht ist. Hier finden sich Sammlungen für Vor- und Frühgeschichte, Angewandte Kunst und Volkskunde und das Deutsche Tapetenmuseum. Seine Turmspitze ist außerdem eine Station des schon erwähnten Laserscape. Leider ist das Landesmuseum auf Grund von Sanierungsarbeiten bis voraussichtlich 2015 geschlossen, so dass ich schon länger nicht mehr dort war und nichts Aktuelles darüber schreiben kann. Als Kind war ich ein paar Mal dort und kann mich vor allem an die schönen Dioramen von Menschen der Urzeit und ein paar teilweise skurrile Kunstwerke erinnern. Wenn es wieder aufmacht und ich mal wieder vorbeischauen kann, dann schreibe ich mehr dazu.
(Webauftritt: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1056)
Biegt man jetzt zum Weinberg ab (Wer den Weg vergessen hat, kann hier nachlesen), kommt man hier zu zwei weiteren Museen - der Neubau des Brüder Grimm-Museums, das jetzt noch im Palais Bellevue zu finden ist, ist hier am Entstehen. Da ich das nicht kenne, kann ich aber leider nicht mehr dazu sagen (Webauftritt: http://www.grimms.de/). Schon seit 20 Jahren findet man hier allerdings das Museum für Sepulkralkultur, das eine umfangreiche Ausstellung zu den Themen Tod und Beerdigungskultur beherbergt - klingt vielleicht makabr, ist aber tatsächlich hochinteressant und geschmackvoll und interessant gemacht. Zu erfahren, wie verschiedene Kulturen der Welt mit dem Thema umgehen und wie die historischen Hintergründe unserer heutigen Friedhofskultur sind, macht deutlich, dass das Thema Tod und Erinnerung ein ganz wichtiger Teil unserer Kultur ist und sich damit mal ein bisschen zu beschäftigen sich wirklich lohnt. (Webauftritt: http://www.sepulkralmuseum.de/)
Wer jetzt etwas Aufheiterung benötigt, sollte zum Hauptbahnhof hinüberwechseln, wo die Caricatura untergebracht ist, eine Galerie für komische Kunst. Wie das mit Karikaturen aber so ist - manchmal sind die lustigsten die zu den ernstesten Themen. (Webauftritt: http://www.caricatura.de/home.html)
Schloss Wilhelmshöhe
Last but not least, lohnt sich für Museumsgänger auf jeden Fall auch der Gang zum Schlosspark Wilhelmshöhe. Wie schon erwähnt gibt es hier das Schloss und die Löwenburg und in beiden kann man kurfürstliche Räume bewundern (Webauftritt Weißensteinflügel im Schloss: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1037; Webauftritt Löwenburg: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1315). Besonders sehenswert ist aber das im zentralen Flügel des Schlosses untergebrachte Museum Schloss Wilhelmshöhe, das mit einer kleinen Antikensammlung und einer beeindruckenden Gemäldegalerie alter Meister aufwartet. Eine ganz besondere Sammlung, die man leicht übersieht, findet sich neben dem Cafe im Keller: Die Korkmodelle antiker Bauten aus dem 18.Jahrhundert. (Webauftritt Museum Schloss Wilhelmshöhe: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1037; Korkmodelle: http://www.museum-kassel.de/index_navi.php?parent=1382)
Soweit zu den Museen, die ich kenne, daneben gibt es aber noch einiges mehr, was man besuchen könnte. Eine Übersicht findet Ihr hier: http://www.kassel.de/kultur/sehenswuerdigkeiten/

***

So, und das war es dann erstmal zum Thema "Kassel". Gerne könnt ihr kommentieren und wenn es gefallen hat, dann schreibt das ruhig, dann wird die nächste Städtereise oder der nächste größere Urlaub hier auch präsentiert. Oder vielleicht arbeite ich ja auch irgendetwas Älteres auf, von dem ich noch schöne Bilder habe, wer weiß...

Dienstag, 4. Februar 2014

Kassel V: Der Schlosspark Wilhelmshöhe


Blick vom Schloss zum Herkules
Als ich das erste Mal mit Denise in Kassel war und wir zum ersten Mal im Bergpark waren, kamen wir am Ende an den Treppen vor dem Schloss vorbei, wo ein Mann völlig verträumt in Richtung Herkules blickte (nur der zweitbeeindruckendste Blick, den der Park zu bieten hat) und dann zu seiner Frau sagte: "Also, das ist wirklich einzigartig!". Das hat 2013 auch die UNESCO so gesehen und den Park in das Weltkulturerbe aufgenommen. Was den Schlosspark zu so etwas besonderem macht, ist eine Mischung aus atemberaubender Lage, Weiträumigkeit und den Wasserspielen.
Blick vom Herkules nach Kassel
Mit 2,4 Quadratkilometern ist der Bergpark Wilhelmshöhe so groß wie der Londoner Hyde Park mit Kensington Gardens aber durch seine Anlage wirkt er aber geradezu grenzenlos. Im Norden, Westen und Süden geht er in den Habichtswald über und nach Osten hin öffnet sich die Anlage zum Tal nach Kassel. Über dem Park steht auf einer Pyramide auf der achteckigen Riesenburg der Herkules - das Wahrzeichen Kassels. Steigt man hier hinauf, hat man den beeindruckendsten Überblick über die gesamte Anlage. Vom Herkules aus fallen die großen Kaskaden der Wasserspiele über 250 Meter Länge den Hang herab, darunter führt eine lange Waldschneise mit Wiesen zum großen See und dem hinter einer weiteren großen Wiese liegenden Schloss. Von hier aus führt 4,5 weitere Kilometer in die Kasseler Innenstadt - Man kann sich gut vorstellen, wie der Kurfürsten hier oben Gäste beeindruckte, indem er ihnen ein vorführen konnte, dass er
Wasserlauf im "Wald"
nicht nur einen Park oder ein Schloss errichten konnte, sondern dass er die gesamte Landschaft beherrschte!
Rondell am großen Teich
Steigt man vom Herkules entlang der Kaskaden herab, kommt man in den eigentlichen Park, der als raffinierter Landschaftspark angelegt ist, so dass man teils durch dichten Wald wandert und dann wieder an große Rasenflächen oder blühenden Wiesen vorbeikommt. Insbesondere durchqueren das Gelände auch zahlreiche kleinere Bächen, die mit kleinen Brücken oder Trittsteinen überquert werden können und die zahlreichen kleineren Teiche und die Seen verbinden. Immer wieder tauchen auf dem Weg auch Staffagebauten auf, von denen ein Teil an den Wasserspielen beteiligt ist.
Kapelle der Löwenburg
Löwenburg
Das größte Gebäude im Park - außer dem eigentlichen Schloss - ist die Löwenburg, eine nachgebaute Burgruine, im Süden des Parks. Hier kann man den Burghof besichtigen oder die Räume besuchen, die barocke Wohnquartiere, eine Kapelle und eine Waffenkammer umfassen.
Schloss Wilhelmshöhe
Im unteren Drittel des Parks liegt das Schloss Wilhelmshöhe, das sich mit seinen drei Flügeln leicht gerundet zum Park öffnet. Interessant ist hier, dass der zentrale Flügel erst spät mit den Seitenflügeln verbunden wurde und dass die Verbindungsbauten es erlauben, durch einen Bogen unter ihnen in den untersten Parkteil und Richtung Stadt sozusagen unter dem Schloss hindurch zu gehen. Im Schloss ist nicht nur das Schlossmuseum untergebracht, sondern auch die Antikensammlung und die Gemäldegalerie mit zahlreichen alten Meistern - ein lohnender Besuch, über den ich beim Post zu den Kassler Museen noch mehr schreiben werde.
Quelle unterm Herkules
Kaskaden
Als würde all das noch nicht genügen, um den Bergpark Wilhelmshöhe zu einem würdigen Weltkulturerbe zu machen, hat er noch ein ganz besonderes Ass im Ärmel: Die Wasserspiele! Diese finden jeden Mittwoch und Sonntag sowie Feiertags vom Frühjahr bis Herbst statt und sind eine Meisterleistung barocker Technik und kommen völlig ohne Pumpen aus, wobei das Wasser über verschiedene Stationen durch den Park fliesst. Es beginnt unter dem Herkules, wo zuerst die Fanfaren zweier Figuren dröhnen und dann die Wassermassen die Kaskaden herabströmen. Nun kann man dem Wasser durch den Park zu den verschiedenen Stationen folgen bis es am Ende mit einer gewaltigen Fontäne am Schlossteich zum Ende kommt.
Teufelsbrücke
Beleuchteter Herkules
Wem das immer noch nicht extravagant genug ist, der kann sich auch die beleuchteten Wasserspiele anschauen, die mehrmals im Jahr stattfinden - hier empfiehlt es sich, am Nachmittag zu kommen, um den Park zu erkunden, um dann bei Sonnenuntergang als krönenden Abschluss die Wasserspiele zu genießen!
Insgesamt ist der Bergpark Wilhelmshöhe alleine eine Reise nach Kassel wert und einen halben Tag für ihn einzuplanen ist nicht übermäßig großzügig. Für diejenigen, die nicht allzu gut zu Fuß sind, gibt es auch eine Buslinie, die verschiedene Stationen des Parks anfährt - für alle anderen empfiehlt es sich, oben am Herkules anzufangen und den Park von dort aus wandernd zu erschließen.

Sonntag, 2. Februar 2014

Kassel IV: Die Parks in der Stadt

Wilhelmshöher Allee mit Torwache
Hinweis: Für größere Ansichten, einfach auf die Bilder klicken!

Kassel hat eine außergewöhnlich reiche Parklandschaft zu bieten - die weit über den Bergpark Wilhelmshöhe hinausgeht. Tatsächlich ist es möglich, direkt aus der Innenstadt loszulaufen und durch grandiose und weitläufige Grünanlagen zu streifen. Am einfachsten ist das direkt vom Friedrichsplatz aus, von wo man in die Karlsaue herabsteigen kann, aber ein kleiner Umweg macht die Sache spektakulärer! Folgt man der Wilhelmshöher Allee aus der Innenstadt heraus, sieht man vor sich das Hessische Landesmuseum und die Torwache liegen. 
Ehrenmal im Fürstenpark
Junge Kaninchen im Weingarten
Weinberggarten
Biegt man links ab und läuft am Landesmuseum vorbei, kommt man in den kleinen und eher unspektakulären Fürstengarten, an dessen östlichem Ende ein Ehrenmal für die Opfer des Faschismus liegt. Durchquert man den Fürstengarten, kommt man zum Weinberg, an dessen westlichem Ende das Museum für Sepulkralkultur liegt und das Gebrüder Grimm-Museum einen Neubau erhält, dem leider ein Teil des Parks zum Opfer fällt. Der Weinberggarten liegt wie ein Balkon über den südlichen Teilen der Stadt und erlaubt einen herrlichen Blick über diese und die Karls- und die dahinterliegende Fuldaaue. Außerdem kann man hier morgens und abends häufig einige Kaninchen sehen - einer der Punkte, mit denen ich Denise das erste Mal nach Kassel locken konnte. Allerdings waren da auf Grund des schlechten Wetters leider keine Kaninchen zu sehen - dafür hatten wir beim nächsten Mal umso mehr Glück -wie das Bild nebenan zeigt! 

Küchengraben (Karlsaue)
Blick von der Schönen Aussicht
Vom Weinberg aus führt eine kleine Brücke über die Frankfurter Strasse zur "Schönen Aussicht", einer Strasse, die genau über der Karlsaue liegt und an deren südlichsten Punkt ein kleines Rondell steht, dass eben diese schöne Aussicht über die Karlsaue bietet. 

Orangerie
Schwaneninsel (Karlsaue)
Pfauendame auf der Insel Siebenbergen
Von hier aus gibt es mehrere Möglichkeiten, in die Karlsaue hinabzusteigen und dabei auch durch die schönen Rosengärten am Hang zu wandeln. Die Karlsaue ist ein ursprünglich barocker Park, der später zum Landschaftsgarten umgestaltet wurde - an den barocken Ursprung erinnern vor allem noch die langen Wassergräben und Alleen, die dem Spaziergänger ein Gefühl großer Weite geben. Mit 150 Hektar ist sie auch so weitläufig, dass man selbst an schönen Wochenendtagen leicht ruhige Orte findet. Im Norden der Karlsaue liegt die Orangerie mit Planetarium und dem Astronomisch-Physikalischen Kabinett. Hier beginnt auch mit einer großen Sonne am Gebäude der Planetenwanderweg, der durch einen großen Teil der Karlsaue führt. Folgt man diesem mitten durch den Park oder einem der beiden großen Wassergräben, gelangt man im Süden des Parks zum Aueteich, an dessen Südende die Schwaneninsel liegt. Noch einen Katzensprung weiter im Süden liegt eines der schönsten Kleinode der Kassler Parklandschaft: Die Blumeninsel Siebenbergen. Ursprünglich ein Hügel für den Aushub der Wasseranlagen, ist diese künstliche Insel vielfältig und bunt bepflanzt und er einzige Teil der Parkanlagen, für den man einen kleinen - aber absolut lohnenden - Eintritt zahlen muss.
Park Schönfeld

Wer am Südende der Karlsaue angekommen ist und noch weiter spazieren möchte, hat zwei Möglichkeiten. Geht man nach Westen am Auestadion vorbei und überquert die Frankfurter Strasse, kommt man zum Park Schönfeld - einem hübschen und ruhigen, langgestreckten, kleineren Landschaftspark, von dem aus man teilweise einen schönen Blick auf den Herkules hat und in dem außerdem der kleine aber hübsche Botanische Garten der Stadt liegt. Dieser hat eine Allee, einen Stauden-, Rosen- und Heilkräutergarten sowie ein Kakteenhaus und ein Schulbiologisches Zentrum zu bieten. Direkt an seinem Fuß, über dem unteren Teil des Parks Schönfeld liegt ein Klangpfad mit acht Klangobjekten.
Bugasee (Fuldaaue)
Aussichtshügel (Fuldaaue)
Verlässt man den Süden der Karlsaue nach Osten und überquert die Fulda, kommt man zur Fuldaaue, die als ehemaliges Bundesgartenschaugelände auch als "Buga" bezeichnet wird. Im Vergleich zur Karlsaue mit ihrem alten Baumbestand, ist die Fuldaaue lichter mit großen Gras- und Wasserflächen, was sie besonders im Sommer zu einem besuchenswerten Naherholungsgebiet macht. Im Buga-See kann man auch baden. Über eine der Brücken im Norden kann man nun zurück in die Innenstadt kommen, wo man sich von den ungefähr 6 Kilometern Weg, die ich hier nur kurz beschrieben habe, erholen kann.
Und den Weltkulturerbepark Wilhelmshöhe habe ich noch gar nicht erwähnt...

Montag, 20. Januar 2014

Kassel III: Essen ;)

Okay, nachdem Denise und ich so vom Essen geschwärmt haben, hier der kurze Überblick, wo wir mit Genuss vegetarisch geschlemmt haben (In alphabetischer Reihenfolge):
* Das Abessina ist ein hervorragendes eritreisch-äthiopisches Restaurant in der Kurt-Schumacher-Strasse 23 - vom Stern aus Richtung Fulda, an der zweiten Strassenecke links. Die Speisekarte hat eine große Auswahl veganer Hauptgerichte, aber wirklich zu empfehlen ist die gemischte Platte für 2 (oder3,4,5) Personen mit sechs super-leckeren Gerichten: Schiro (Kichererbsenpüree), Timtumo (Rote Linsen in Zwiebel-Tomatensoße), Hamli (Grünkohl), Bamiya (Ochraschoten in Tomatensoße), Alitscha und Sukini (Gemüseeintöpfe) - dazu gibt es Reis, Couscous, Salat und Injera (Teigfladen). Lecker, macht satt und auch wenn die Kombination aus Hülsenfrüchten und Tomaten für mich eigentlich etwas zu viel Histamin mit sich bringt, absolut empfehlenswert! Webseite: http://abessina-restaurant-kassel.com/
* Das ALEX hat als Cafe/Bistro direkt am Friedrichsplatz natürlich eine sehr gute Lage. Da dementsprechend viel los ist, kann es etwas dauern, bis jemand auf einen Aufmerksam wird. Auf der Saisonkarte finden sich zur Jahreszeit passende Getränke und das Süßkartoffel-Kichererbsen-Curry ist wirklich gut. Webseite: https://www.dein-alex.de/dein-alex-kassel
* In der Garde-du-Corps-Straße 1 liegt das vietnamesische Restaurant Pho Vang. Da gibt es viele gute Sachen auf der Speisekarte, aber meine Empfehlung ist Dau phu xao sot xoai (97) - "Gebratener Tofu in Kokosmilch - Mango - Soße mit Basilikum und verschiedenem frischem Gemüse der Saison. (leichtscharf)" beschreibt nicht mal ansatzweise, wie lecker das ist. Es hat Willenskraft gekostet, nicht den Teller abzulecken! Webseite: http://www.pho-vang.de/
* Das Trimurti in der Wilhelmshöher Allee 61 ist ein vegetarisch/veganes indisches Restaurant mit familiärer Atmosphäre. Was wir genau hatten, weiß ich nicht mehr, auf jeden Fall war es ein gemischter Teller und sehr, sehr gut! Webseite: http://www.trimurti-restaurant.de/
So, das war es in aller Kürze, demnächst geht es mit den Sehenswürdigkeiten weiter ;)

Sonntag, 19. Januar 2014

Kassel II: Spaziergang in die Innenstadt

Blick vom Bahnhof Wilhelmshöhe zum Herkules
Fangen wir mit einem ganz bescheidenen kurzen Spaziergang zur ersten Orientierung an. Die große Lebensachse Kassels ist die Wilhelmshöher Allee, die sich vom Bergpark Wilhelmshöhe bis zur Innenstadt erstreckt und auf deren etwa halber Höhe der Bahnhof Wilhelmshöhe liegt, der große Fernbahnhof der Stadt. Von hier aus fahren regelmäßig Straßenbahnen zur Innenstadt, wo sich die Königsstrasse als Fußgängerzone von der Haltestelle Rathaus bis zu "Am Stern" erstreckt. Neben den Straßenbahnlinien ist Kassel von einem dichten Busnetz durchzogen und eine Reihe RegioTrams (RT) fahren wie Straßenbahnen durch die Innenstadt und verbinden Kassel über den alten Hauptbahnhof mit dem Umland. Für Unternehmungslustige empfiehlt es sich, ein sogenanntes Multiticket zu kaufen, das die Benutzung aller Nahverkehrsmittel für einen Tag für bis zu zwei Personen erlaubt.
Rathaus
Wir fangen unseren kleinen Bummel am Rathaus an, das am Anfang der oberen Königsstrasse liegt, welche die Haupteinkaufsstrasse und die wichtigste Achse der Innenstadt darstellt. Die breite Strasse ist eine Fußgängerzone, die von den Straßenbahngleisen in zwei breite Gehbereiche geteilt wird. Auf beiden Seiten liegen zahlreiche kleinere Geschäfte sowie ein paar große Kaufhäuser. Im Vergleich zu Heidelberg fällt mir hier vor allem auf, dass selbst dann, wenn viele Menschen unterwegs sind, genug Platz bleibt, um sich ohne erdrückendes Gedränge zu bewegen. Und dass die Dichte an Ein-Euro-Ramschläden viel geringer ist...
Obere Königsstrasse
Zum Shoppen lohnt es sich aber auch, von der Königsstrasse früh nach Nordwesten (links) oder später (ab dem Königsplatz) nach Südosten abzubiegen und in den Seitengassen nach kleinen Einzelhandelsläden zu suchen. Der erstere Abstecher führt auch zu den für mich so wichtigen Comic- und Rollenspielläden und nicht zuletzt, zum Pho Vang, aber zum Essen kommen wir später ;)
Fridericianum
Nach Kurzem kommt man am Opernplatz an, dem gegenüber der größere Friedrichsplatz liegt. Hier liegt auch das ALEX, aber wie gesagt, zum Essen kommen wir später. Der Friedrichsplatz ist einer der größten innerstädtischen Plätze Deutschlands und verbindet die Fussgängerzone der Innenstadt mit einer Reihe kultureller Highlights und wenn man ihn überquert kommt man zur Karlsaue, wodurch man hier die Möglichkeit hat, sehr einfach zwischen Innenstadtbummel und Naherholung zu wechseln. Direkt am Friedrichsplatz liegt mit dem Fridericianum der älteste öffentliche Museumsbau Europas, der heute als Kunsthalle für moderne Kunst dient. Auf dem Dach des Gebäudes zu seiner Linken steht eine Gruppe von Figuren ("Die Fremden") - eines der zahlreichen Kunstwerke im öffentlichen Raum, die an vergangene documenta-Ausstellungen erinnern.
Ottoneum
Staatstheater
"Rahmenbau"
Überquert man die Frankfurter Strasse, die den Friedrichsplatz teilt, liegt zur Linken das Ottoneum, Deutschlands ältestes erhaltenes feststehendes Theatergebäude, in dem heute das Naturkundemuseum zu finden ist (Auch dazu kommen wir später noch ausführlicher). Auf ein Theater muss aber auch das heutige Kassel nicht verzichten, denn direkt neben dem Ottoneum liegt das Staatstheater und rechts davon erlaubt ein weiteres documenta-Kunstwerk, der "Rahmenbau" einen wunderschönen Blick über die Karlsaue mit der Orangerie.
Zurück auf der Königsstrasse folgen wir dieser weiter bis zum nächsten großen Platz, dem Königsplatz, nach dem die Königsstrasse abknickt und sich zum Bummeln nicht mehr so sehr anbietet. Abends lohnt es trotzdem weiter bis zum Stern zu laufen und dann rechts runter zum Abessina zu laufen, aber ich greife schon wieder dem Essen vor...
Königsplatz
Markthalle
Was sich für unseren Stadtbummel viel mehr lohnt, ist, vom Königsplatz rechts abzubiegen. Hier kommen wir an den Überresten der ehemaligen Garnisonskirche vorbei, von der nur noch die Grundmauern stehen und daran erinnern, dass Kassel als wichtiger Industriestandort im Zweiten Weltkrieg in großen Teilen dem Erdboden gleichgemacht wurde. Heute beherbergen die Grundmauern ein Cafe, so dass der Charme eines zum Himmel offenen Hofes mit der Natur eines Denkmals verbunden wird. Biegt man am Ende des Platzes links ab, kommt man zur Markthalle, wo Donnerstags bis Samstags auf zwei Ebenen ein sehenswerter und vielfältiger Markt mit zahlreichen lokalen Produkten und Spezialitäten zu finden ist.
Karl-Branner-Brücke
Blick auf die Fulda
Es lohnt sich, jetzt noch ein paar Schritte weiterzulaufen, um zur Fulda zu kommen, dem beschaulichen Flüsschen, das durch Kassel fließt und über das mehrere Fußgängerbrücken führen. Die Karl-Branner-Brücke weist dabei die Besonderheit auf, dass sich auf beiden Seiten einer niedrigen Wand in der Mitte jeweils eine lange Bank über einen Großteil der Brücke zieht und zum Verweilen einlädt. Würde man dem Fuldaufer jetzt nach recht folgen, käme man auf der Altstadtseite zur Karlsaue und auf der gegenüberliegenden Seite zur Fuldaaue, aber für heute muss der kleine Innenstadtbummel reichen.
Demnächst erzähle ich euch dann, wo wir in Kassel so hervorragend gegessen haben, warum der Bergpark Wilhelmshöhe zu Recht UNESCO-Weltkulturerbe geworden aber bei weitem nicht Kassels einziger sehenswerter Park ist, was die Stadt an Museen zu bieten hat und zum Schluss gibt es noch eine Empfehung für ein Ausflugsziel in der Umgebung. Bleibt also ruhig gespannt!

Sonntag, 5. Januar 2014

Städtereisen: Kassel I

Orangerie in der Karlsaue
Es gibt viele schöne Städte, in die sich eine Reise lohnt, aber es gibt wenige, zu denen man so etwas wie eine romantische Beziehung aufbaut. Wo man sich einfach wohlfühlt und etwas Melancholie verspürt, wenn man wieder abreist. Für mich gehört Kassel dazu. Das liegt natürlich zum Teil daran, dass ich mit Kassel viele schöne Kindheitserinnerungen verbinde, da eine meiner Großmütter dort gelebt hat, aber ich denke, dass die Stadt auch sonst sehr viel zu bieten hat. In diesem und den nächsten Beiträgen möchte ich ein bisschen dazu schreiben, warum das so ist.
Das erste, was vielen Leuten zu Kassel einfällt sind die vielen Gebäude aus den 50er Jahren, als die im zweiten Weltkrieg stark zerstörte Stadt wieder aufgebaut wurde. Heute mag der Stil für manchen schon einen Charme entwickelt haben, für viele hinterlässt er aber doch einen lieblosen, hässlichen Eindruck. Atemberaubende Parkanlagen, ein breites kulturelles Angebot und eine Innenstadt, die zum Bummeln einlädt, machen das aber mehr als wett. Um Euch einen breiten Eindruck zu geben, habe ich folgende Kapitelchen geplant, natürlich jeweils mit vielen Bildern:
  • Spaziergang in die Innenstadt (mit kurzen Restaurantberichten)
  • Vom Weinberg über Karls- und Fuldaaue und in den Park Schönfeld - Parks in der Stadt
  • Welterbe Wilhelmshöhe
  • Museen und Dokumenta
  • Ausflug zum Tierpark Sababurg
Sobald ich sie fertig habe, werde ich die Kapitel auch hier verlinken.